STADTMUSEUM AICHACH

Der Wappenstein


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Im Aichacher FeuerHaus, das sich in den letzten Wochen nun auch äußerlich verändert hat, wird multimedial an das Thema „Stadt befreit!“ der bayerischen Landesausstellung 2020 heranführen.
Eine Stadtbefestigung war nicht nur für Aichach oder Friedberg, sondern für alle mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Städte ein zentrales Merkmal. Einerseits dienten sie zur rechtlichen Abgrenzung einer Gemeinde vom Umland und eines anderen Rechtsbezirks und andererseits bot sie den Bürgern der Stadt vor allem Schutz vor feindlichen Überfällen. Laut einer Urkunde aus dem Jahr 1331 geht hervor, dass die erste steinerne Befestigung in Form einer Ringmauer um die Stadt erbaut wurde. 1418 wurde diese unter Ludwig im Barte weiter ausgebaut. Auf der Südseite des Oberen Tors ist direkt über der Durchfahrt die Replik des Wappensteins angebracht, dessen Original heute im Stadtmuseum Aichach zu finden ist. Die Inschrift des Steins lautet: „Anno d[omi]ni 1508 am 15 tag tes brachmonetz [Juni] ist die pruck gemacht.“ Um natürlich auch weiterhin die Stadt passieren zu können, gab es jeweils am Oberen und Unteren Tor die Möglichkeit die Mauer und den darauffolgenden, etwa 80 Meter breiten Stadtgraben zu überqueren.
Auf dem Wappenstein ist zudem in einem Dreipass das Aichacher Stadtwappen, der Eichenbaum genauer gesagt eine Stieleiche, abgebildet. Somit gehört das Aichacher Stadtwappen zu den redenden Wappen, was so viel bedeutet wie, dass mit dem Wappen auf den Namen hingedeutet oder angespielt wird. Der Name Aichach kann ebenfalls vom Eichenbaum abgeleitet werden. Zudem existierten auf dem damaligen Stadtgebiet sehr viele Eichen, die vermutlich namensgebend für die Stadt waren. So führte zum Beispiel eine Eichenallee von Oberwittelsbach nach Aichach, aber auch noch heute sind sie aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. So wurden sie einst auf dem Schlossplatz neu angepflanzt, die ihm sein heutiges Bild verleihen.
Abdrucke des ältesten Siegels sind seit 1315 überliefert. Im Laufe der Jahre änderte sich das Siegelbild. Ab 1721 zeigt es einen natürlichen, auf einem Hügel stehenden Eichenbaum. Im frühen 16. Jahrhundert wird als Feldfarbe Blau genannt. Seit 1560 werden die heute bekannten Farben verwendet. Trotzdem ist das Aichacher Stadtwappen ein mittelalterliches Element, das sich seit über 700 Jahren bis in die Gegenwart fortzieht.

Abbildung: Dieser Wappenstein zeigt deutlich, wie viele Wurzeln der Aichacher Gegenwart doch im Mittelalter liegen und die Zeit überdauert haben. (Foto: Franz Achter)

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